Nachkriegskinder-Institut
Fach- und Forschungsstelle, zugleich Beratungsstelle, für Nachkriegskinder und Kriegsenkel.
Gegenstand und inhaltlicher Raum der Arbeit ist die transgenerationale Weitergabe von weltkriegsbedingter Psychotraumata auf die nachfolgenden Generationen.
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Willkommen beim Nachkriegskinder-Institut
Traumatische Erfahrungen, die von Betroffenen nicht verarbeitet und integriert werden können, bleiben nicht nur für diese selbst eine lebenslange Belastung. Sie zeigen sich in den Träumen, Phantasien, im Selbstbild, emotionalen Erleben und unbewussten Agieren ihrer Nachkommen.
Sowohl bei psychischer Krankheit der Eltern, bei Erfahrungen von Misshandlung und Missbrauch wie auch bei Kriegs- oder Folter- sowie Flucht-Erfahrung treten transgenerationale Übertragungsphänomene in den nachfolgenden Generationen auf. Besonders bei Kindern und Enkeln von Überlebenden des Holocaust wurde dieser Zusammenhang seit Mitte der Sechzigerjahre offensichtlich, als die jungen Erwachsenen der zweiten und dritten Generation vermehrt therapeutische Hilfe suchten.
Auch bei den Kindern der Täter, Mitläufer und Flüchtlingen des Zweiten Weltkriegs offenbarte sich in zunehmendem Maße eine Belastung durch unbewusste Identifikationen mit den zerstörerischen elterlichen Introjekten.
Dies zeigte sich als Nachwirkung der Extremtraumatisierung der Überlebenden mit daraus folgenden schweren Veränderungen der psychischen Struktur, des (Selbst-) Erlebens wie der Persönlichkeit und wurde zugleich erkennbar durch die Regelmäßigkeit, in der die als Überlebenden-Syndrom bezeichneten Auswirkungen der Verfolgungs- und Vernichtungserfahrungen sich bei den Betroffenen und später bei ihren Nachkommen manifestierten.